Rahel e.V.
Erfahrungen nach Abtreibung

Standpunkte des Rahel e.V.



Ergebnisoffene Beratung

Betroffene berichten uns immer wieder:

“Warum hat mir das vorher niemand gesagt? Ärzte, Berater und Wissenschaftler müssen doch wissen, was bei der Abtreibung geschieht und welche Auswirkungen dieser Eingriff auf das Leben der Frau hat.”
Hätte ich das "Danach" gewußt, hätte ich es nicht zugelassen!”
Der Schein wurde mir prophylaktisch ausgestellt. Ich war in der Krise alleine.”

Stellenwert der Pflichtberatung

Die Pflichtberatung ist nach 20 Jahren Abtreibungspraxis unwichtig, fast bedeutungslos geworden. Sie ist durch die kontrovers geführte Diskussion dermaßen zerredet und wird in der breiten Öffentlichkeit negativ bewertet, sodass entweder durch eine reservierte Schwangere oder durch eine/n frustrierte/n Berater/in selten ein gutes Beratungsgespräch zustande kommt. Ein großes Informationsdefizit gibt es bei der Pränatalen Diagnostik, die nur selektiven Charakter hat und endlich in der breiten Öffentlichkeit diskutiert werden sollte. Es ist beschämend, dass sich die Öffentliche Diskussion immer wieder um die Beratung dreht und nicht die tatsächlichen Opfer, die Kinder und Mütter.

Inhalte der Pflichtberatung

Frauen und Familien akzeptieren ihre lebenden gesunden wie behinderten Kinder sehr schnell und integrieren sie ihre Familie. Ganz selten kommt es zu einer generellen Ablehnung.Allerdings hört eine Frau im Konflikt selten diese aufmunternde Informationen. Argumente, die für das Kind sprechen, gelten als Beeinflussung der Frau und werden nicht oder selten angesprochen. Auch sind Informationen über die physischen und psychischen Folgen, z.B. die versäumte Trauerarbeit und die quälenden Selbstvorwürfe, kein Thema einer ergebnisoffenen Beratung. Äußert eine Frau den Wunsch zur Abtreibung wird nicht weiter nach dem Grund ihrer Ablehnung geforscht sondern die Abtreibung in die Wege geleitet. Dies sind Erfahrungswerte von RAHEL, die die Praxis der Schwangerenkonfliktberatung aufzeigen.

Entscheidung

Ein Entschluß zur Abtreibung wird durch äußere Zwänge getroffen; häufig ist es eine Entscheidung aus Angst, Panik, Verzweiflung und nicht die freie Gewissensentscheidung. Was nutzt eine Beratung, ein Gespräch, wenn der Arbeitsplatz auf dem Spiel steht, wenn der Partner oder die Eltern nicht mit den Kind einverstanden? Es ist eine Schande für unsere Gesellschaft, dass Frauen in Not nur die Abtreibung ihrer Kinder als "Erlösung" angeboten bekommen. In dem Erfahrungsbericht 'Die Reise auf dem Luxusliner' beschreibt eine Betroffene ihre Gefühle während der Entscheidungsphase und sie spricht auch von dem 'Nachher'.

Recht auf Hilfe

Frauen haben ein Recht auf ihre Kinder und ein Recht auf Hilfe. Konkrete Hilfen müssen Schwangeren angeboten werden um sie vor Abtreibung zu schützen. SozialarbeiterInnen, ErzieherInnen oder erfahrene Mütter müssten auf Frauen in Not zukommen und ihnen kompetente Hilfe zusagen wie z. B. ich helfe das Kind zu pflegen, zu erziehen, es in die Familie zu integrieren.

Taten lindern Angst und Verzweiflung nicht Worte.

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Gewissensentscheidung

Es soll eine "verantwortete Gewissensentscheidung" von der Frau getroffen werden.

Mittlerweile wird anerkannt, dass ungewollt Schwangere im Konflikt stehen, dass sie in Not sind. Was löst diesen Konflikt aus? Fast jede Frau weiß heute um die vorgeburtliche Entwicklung des Menschen. Das Kind besitzt ein Herz, das ab der 3. SSW schlägt und beginnt sich ungefähr 8 Wochen nach der Empfängnis zu bewegen.

Abtreibung bedeutet, dass das Leben eines kleinen Kindes beendet wird. Den Tod ihres Kindes möchte keine Frau. Der Konflikt entsteht durch äußere Zwänge, die gegen das Kind sprechen. Häufig ist Panik, Angst und Verzweiflung die treibende Kraft zur Abtreibung und nicht das Gewissen der Frau. Inwieweit kann eine Frau ihrer inneren Stimme folgen, wenn zwischen z.B. Kind und Ausbildung / Beruf oder Kind und Partner gewählt werden muß?

Hätte man im Konflikt diese Gewissensentscheidung unterstützt, lebten die Kinder der Rahel-Frauen.

Freiheit und Abtreibung

Die Frau kann - manche behaupten sogar muss - entscheiden: möchte sie ein Kind oder nicht. Dieser Zynismus ist entstanden aus dem "grenzenlosen Freiheitsgedanken" der 70er und 80er Jahre.

Die gravierenden Probleme von Familien und Alleinerziehenden werden in der Politik immer noch stiefmütterlich behandelt. Ein Leben als Mutter und als engagierte Berufstätige ist ein Drahtseilakt, der viel Kraft fordert.

Abtreibung wird heutzutage als Problemlöser angebotenund dies verursacht das Gefühl des Alleingelassenwerdens. Es macht bitter. Das Ergebnis ist die innere Kündigung an Staat und Gesellschaft (Gleichgültigkeit, was Gemeinschaft anbelangt).

Kollektive Verantwortung für die nachwachsende Generation

Ist die Frau die Alleinverantwortliche für Ihr Kind?

Müsste nicht unser Staat Frauen bzw. Familien aktiv zur Seite stehen und die Benachteiligungen für Familien oder Alleinerziehende endlich ausgleichen?

Wo sind die "neuen" Männer?

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Material-Verbreitung

RAHEL-Material wird zur Zeit in keiner gesetzlichen Schwangerenberatungsstelle ausgelegt.

Es sei "tendenziös", also nicht ergebnisoffen in der Darstellung. Ja, wir sprechen über unsere Erfahrung mit der wir bei weitem nicht alleine da stehen. Wir wollen vor Abtreibung warnen und eine Entscheidung für das Kind fördern.

Werden nicht auch andere Gruppen unterstützt - wie z.B. die Anonymen Alkoholikern - sich zu präsentieren? Wir möchten auf Abtreibungsfolgen aufmerksam machen. Warum gibt man uns als Minderheit keine Chance?

Warum darf man sich nicht aufgrund eigener Erfahrung gegen Abtreibung aussprechen - insbesondere dort nicht, wo sie entschieden wird?

Frauen - ganz besonders religiös orientierte - in einer Krise nach Abtreibung schämen sich und haben große Schwierigkeiten Hilfe zu suchen.

Auch fühlen sich Frauen in einer Krise nach Abtreibung oft von den üblichen Beratungsstellen im Stich gelassen. Es wurde nicht nach ihrer "verantworteten" Gewissensentscheidung gesucht. Es gab von keiner Seite eine aktive Unterstützung in einer existentiellen Krisensituation, die von Angst und Verzweiflung geprägt war.

Die Adressen der Beratungstellen sind ja bekannt. Frauen könnten sich also dorthin wenden, allerdings wird das Angebot wohl aus oben genannten Gründen nicht genutzt. Betroffene Frauen und auch Männer, die nach anderen Hilfen suchen, könnten über diese Informationen Kontakt mit uns aufnehmen.

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Rahel-Fragebogen

Immer häufiger bekommt RAHEL Anfragen bezüglich der statisischen Auswertung unseres Fragebogens.

Diese Statistik wird es wohl nie geben.

Unser Leitgedanke bei der Konzeption des Fragebogens war, die Erkenntnisermittlung für Frauen nach einer Abtreibung. Viele Frauen heute, wie auch Frauen, die vor 1975 abgetrieben haben, verdrängen diesen Abschnitt aus ihrem Leben. Dass solche Strategien zu psychosomatischen Erkrankungen führen, ist heutzutage Allgemeinwissen.

Der Fragebogen soll also in erster Linie betroffenen Frauen helfen.

Wir bitten auch nicht mit Nachdruck auf eine Rücksendung, sondern überlassen es den Frauen, was mit dem Fragebogen weiterhin geschieht.

Wir hoffen, dass Frauen den Fragebogen in ihrem privaten Umfeld diskutieren.

Wir hoffen, dass Frauen den Fragebogen an Betroffene, Ärzte und Berater weitergeben.

Wir freuen uns über jeden Fragebogen, der zu uns zurückkommt

RAHEL kann eine unumstößliche Aussage treffen:

100 % der Frauen, die sich in der RAHEL organistiert haben, die mit RAHEL Kontakt - wenn auch nur flüchtig - aufnehmen, erleben die Abtreibung als eine große Krise in ihrem Leben.

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Kontaktadressen: Rahel e.V.

E-Mail: rahel@rahel-ev.de oder info@rahel-ev.de

1. Vorsitzende: Ursula Linsin-Heldrich, 76287 Rheinstetten, Tel. 07242 - 95 37- 80, Fax: - 81

14913 Blönsdorf, Tel. 033743 - 50 296
26817 Rhauderfehn, Tel. 04955-989366
28215 Bremen, Tel. 0421 - 37 04 18
34132 Kassel, Tel. 0561 - 405949
75056 Sulzfeld, Tel. 0 72 69 - 13 53
76287 Rheinstetten, Tel. 07242 - 95 37- 80, Fax: - 81
85521 Riemerding, Tel. 089 - 6084961
90547 Stein bei Nürnberg, Tel. 0911 - 68 61 84



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